Freitag, 3. Juni 2011

SÜDINSEL


Schon die Überfahrt mit der Fähre, bei der man durch die Marlborough Sounds schippert, bietet tolle Ausblicke. Die Marlborough Sounds sind entstanden, als zur letzten Eiszeit tiefliegende Dörfer überflutet wurden und bilden somit eine zerklüftete Landschaft mit kleinen Inseln und Stränden. Ein beliebter Wanderweg ist der Queen Charlotte Track.




Im Abel Tasman Nationalpark kann man den Tag gut damit verbringen, sich ein Kajak zu mieten und die Küste damit zu erkunden. Lahme Arme und schmerzender Rücken werden damit wieder gut gemacht, dass man viele Seelöwen ganz nah zu Gesicht bekommt. Warum geht’s nicht weiter? Ich paddel doch so fleißig!





 
Fährt man über den Takaka Hill, dreht sich zwar der Magen dreimal um, weil die Straße sich auf der einen Seite hoch und auf der anderen wieder herunter windet wie eine Ringelnatter, aber die Aussicht lohnt sich. Auch wenn es ganz schön windig sein kann.


Cape Farewell ist das nördlichste Ende der Südinsel und bedarf keiner großen Worte. 






Die meisten Namen sollte man lieber nicht ins Deutsche übersetzen. Da schaut man sich nämlich am Tag das Kap des Abschieds an und übernachtet am Abend bei den Stiefeln des Teufels.

Camping am Lake Rotorua im Nelson Lakes Nationalpark



 
Die Fahrt entlang der Westküste von Westport über Punakaiki und Greymouth bis nach Franz Josef ist ein Muss. In Punakaiki gibt es die Pancake Rocks zu bewundern, die aussehen, wie übereinander gestapelte Pfannkuchen/Eierkuchen.



 Im Westland Tai Poutini Nationalpark sind die Gletscher Franz Josef und Fox die Hauptattraktionen. Nirgends auf der Welt kommen Gletscher auf diesem Breitengrad so nah ans Meer wie hier. Der Franz Josef Gletscher hat seinen Namen von einem österreichischen Entdecker 1865 erhalten, der ihn nach dem damaligen Kaiser benannt hat. Der Fox Gletscher hat seinen Namen von dem neuseeländischen Premierminister Fox 1872 bekommen, der ihn nach sich benannt hat. Bescheidener Mann.



Der Lake Matheson ist klein und eigentlich kein besonderer See. Aber er hat die tolle Lage, dass er als Spiegel dient. Und zwar für keinen unbedeutenderen Berg als den höchsten Neuseelands, den Mt. Cook mit 3755m. Ebenso spiegelt sich sein Nachbar Mt. Tasman mit 3498m im See.



 
Noch nie ‘nen Hund am Steuer gesehen oder was? … immer diese Touristen!



Christchurch! SCHOCK! Die größte Stadt der Südinsel war ein absoluter Schock für uns. Drei Monate nach dem schrecklichen Erdbeben ist das Zentrum noch großräumig abgesperrt und der Blick, den man erhaschen kann, zeigt Trümmer. Die Stadt wirkt wie ausgestorben. Bauzaun grenzt an Bauzaun. In den Restaurants stehen teilweise Gläser und Teller noch auf dem Tisch bzw. liegen darunter. Alles sieht aus wie fluchtartig verlassen. Man bekommt wirklich eine Gänsehaut, wenn man da durch läuft. Unheimlich. Viele Autos stehen auf den Straßen, aber man trifft keine Menschen. Wie eine Filmkulisse ohne Schauspieler. Wir wollten eigentlich gemütlich einen Kaffee trinken gehen, danach war uns aber eher wie Schnaps zumute. Ich sage euch, am Ende ist die Natur der Boss. Wir haben uns lange mit einem Bauarbeiter unterhalten und am Ende meinte er: „Die Leute lächeln wieder“. Es geht weiter.

Auf dem Küstenwanderweg in Kaikoura sieht man sehr viele Seelöwen und nördlich von Kaikoura gibt es einen Wasserfall, in dem die Jungen herumtollen während die Eltern im Meer nach Futter suchen.






Neuseeland ist bekannt für seine Höhlen. Die berühmtesten sind wohl die Waitomo Caves. Wir waren in einer der Waitomo Caves, der Glowworm Cave. Einen Teil der Höhle nennt man auch „die Kathedrale“, da dieser Bereich eine tolle Akustik hat und Konzerte und Hochzeiten hier abgehalten werden. Zum Schluss der Höhlenführung fährt man ein Stück mit dem Boot und denkt, man sitzt unter Sternenhimmel, denn die Glühwürmchen bilden eine Art Milchstraße. Unser Höhlenführer hatte sehr viel Freude an seinen Erzählungen. Das macht unheimlich viel aus, wenn jemand Spaß am Arbeiten hat. Er hätte mir auch erzählen können, dass die Höhlen gar nichts besonderes sind und wir sie überall auf der Welt sehen können ohne Eintritt zu bezahlen. Aber er hat alles mit solch einer Begeisterung erzählt, dass ich trotzdem begeistert gewesen wäre. Wie war das? Inhaltlich nimmt man nur 20% mit, alles andere machen Art und Weise des Vortrags aus.

Die Reise nähert sich dem Ende. Die Dame am Schalter der Tickets für die Fähre musste schon schmunzeln, als wir sie fragten, welcher Wochentag ist, damit wir unsere Fähre nicht verpassen. Reisende. Toll, die Erfahrung zu machen, dass sich die Laune nicht nach dem Wochentag richtet. Es gibt kein Montagstief und kein Freitagshoch.

Zum Schluss des Aufenthalts habe ich folgende Sonnenuhr gesehen, die den Spruch trug: Seid ehrlich zueinander wie die Sonnenuhr zur Sonne. 



 
In diesem Sinne „Macht’s gut!“